Ingmar Bergman – Von Lüge und Wahrheit
Der schwedische Regisseur Ingmar Bergman (1918–2007) zählt zu den bekanntesten und einflussreichsten Persönlichkeiten der Filmgeschichte. Er prägte jahrzehntelang das internationale Autorenkino. Im Laufe seiner Karriere inszenierte Bergman 130 Theateraufführungen, 42 Radio-Produktionen, 23 Fernsehspiele und 39 Kinofilme. Internationale Regisseure wie Woody Allen, Federico Fellini, Stanley Kubrick und Billy Wilder erwiesen Bergman ihre Reverenz, 1997 wurde er von seinen Kollegen bei den
Filmfestspielen in Cannes als „Bester Filmregisseur aller Zeiten“ geehrt.
Zum ersten Mal werden in der Sonderausstellung „Ingmar Bergman. Von Lüge und Wahrheit“ persönliche Dokumente und Arbeitszeugnisse aus Bergmans Nachlass präsentiert. Eine Vielzahl der in der Ingmar Bergman Foundation archivierten Drehbücher, Fotos, Skizzen, Arbeits- und Tagebücher sowie Korrespondenzen bilden die Grundlage der Ausstellung. Daneben dokumentieren Werk- und Szenenfotos, Architektur- und Kostümentwürfe, Requisiten, Setmodelle sowie zwanzig Originalkostüme das fast sieben Jahrzehnte umfassende künstlerische Schaffen des Film- und Theaterregisseurs. Einen Schwerpunkt bildet dabei die faszinierende Überlagerung und Umformung von autobiografischem Erleben und künstlerisch fiktionalem Werk. Die zwischenmenschlichen Konflikte, die Bergman auf der Leinwand inszenierte, spiegeln oft private Erfahrungen. Ein Exkurs beschäftigt sich mit Bergmans künstlerischer Phase in Deutschland: Nachdem er in Schweden zu Unrecht wegen Steuerhinterziehung angeklagt worden war, arbeitete er zwischen 1976 und 1985 am Münchner Residenz Theater. Er inszenierte dort mehrere Stücke und drehte zwei Filme mit deutschen Schauspielern.
In chronologischer Abfolge beschreiben die Ausstellungskapitel „Laterna Magica“, „Suche“, „Künstler“, „Glaube“, „Fårö“, „Beziehungen“ und „Resümee“ zentrale Motive und
Phasen in Bergmans Schaffen. Ergänzend präsentiert die Ausstellung zahlreiche Filmausschnitte sowie mediale Installationen, die unter anderem weitgehend unbekannte
Aufnahmen von den Dreharbeiten zu vielen Filmen Bergmans zeigen.
Serviceinfo
Termin: 27. Januar bis 29. Mai 2011
Öffnungszeiten: Di – So 10–18 Uhr; Do 10–20 Uhr, montags geschlossen
Ort: Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen, Potsdamer Straße 2, 10785 Berlin Stadtplan >>
Preise: 6/ ermäßigt 4,50 Euro (ständige Ausstellungen inkl. Sonderausstellungen), nur Sonderausstellungen 4/ermäßigt 3 Euro
Foto: Ingmar Bergman während der Dreharbeiten zu Wilde Erdbeeren. Louis Huch © 1957 AB Svensk Filmindustri