PEER GYNT – Zum letzten Mal in dieser Spielzeit

PEER GYNT – Zum letzten Mal in dieser Spielzeit

Von Henrik Ibsen im Sommer 1867 auf Ischia und in Sorrent als Abrechnung mit seiner norwegischen Vergangenheit geschrieben, spiegelt PEER GYNT bis heute die Widersprüchlichkeit menschlichen Handelns zwischen Kreativität und Destruktion, Macht und Wahnsinn.

In Heinrich von Kleists „Prinz Friedrich von Homburg“ heißt es: „Das Leben nennt der Derwisch eine Reise.“ Der Satz könnte die Unterüberschrift sein für Henrik Ibsens monumentales Werk PEER GYNT. Das Leben als Reise, als Flucht vor sich selbst und der eigenen Endlichkeit, die Suche nach Glück und nach Sinn, das sind Fragen, die Ibsen mit mythologischen Motiven seiner norwegischen Heimat verknüpft. Wer ist dieser Mensch, der in die Welt geworfen wird und aufgefordert ist, sich selbst zu entwerfen? Ist er die Summe seiner Erzählungen und seiner Träume, die mit der Ökonomie seiner Existenz ihr Spiel treiben?

Peer Gynt ist ein Mensch im Transit, der stets unterwegs ist, unbehaust und immer auf dem Sprung. In seinen Träumen und Visionen flieht er vor der Realität. Er sucht das Unmögliche, die Verschwendung, den Rausch und
findet immer wieder nur Ernüchterung. Sein Vater hatte einst den Hof und das Erbe ruiniert und seine Mutter Aase ihn mit der Macht der Phantasie getröstet. Mit dem Brautraub der reichen Ingrid provoziert Peer Gynt die Gemeinschaft. Seine große Liebe Solveig verlässt er und zieht in die Welt. Er durchschreitet Grenzen, Meere, Wüsten auf der Suche nach sich selbst. Wer ist dieser Mensch, der in die Welt geworfen, stets dazu aufgefordert ist, sich neu zu entwerfen?

Es spielen: Jens Harzer (Peer Gynt), Karin Neuhäuser (Aase / Der Krumme / Der Knopfgiesser), Marina Galic (Solveig), Anne Müller (Bauernmädel / Die Grüngekleidete / Anitra / Passagier), Cathérine Seifert (Ingrid /Trolljungfer / Madame Ballon / Hussein / Schiffsjunge), Robert Kuchenbuch (Schmied / Trollkönig / von Eberkopf / Huhu / Kapitän), Hans Löw (Haegstad-Bauer / 1.Hoftroll / Trumpeterstraale / Begriffenfeldt /Steuermann), Sebastian Zimmler (Matz Moen / 2. Hoftroll / Master Cotton / Fellache / Koch)
Regie: Jan Bosse, Bühne: Stéphane Laimé, Kostüme: Kathrin Plath, Musik: Arno Kraehahn,
Video: Meika Dresenkamp

Serviceinfo

Termin: So, 12.06.2011 um 19:30 Uhr
Ort: Maxim Gorki Theater Berlin, Am Festungsgraben 2, 10117 Berlin Stadtplan >>
Karten: 030/20221-115 oder ticket@gorki.de

Fotos: Peer Gynt © Bettina Stöß