Schlecker-Insolvenz: Gewerkschaft sieht positives „Signal für die Beschäftigten“
Einer Meldung der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) zufolge, betrachtet man dort die Ankündigung der Familie Schlecker, des Unternehmensmanagements und des vom Gericht beauftragten Insolvenzverwalters, im Rahmen des anstehenden Insolvenzverfahrens die geltenden tarifvertraglichen Regelungen anwenden zu wollen, als „Signal für die Beschäftigten“.
„Der Erhalt der Arbeitsplätze und die Anwendung der Tarifverträge müssen zum Maßstab für eine erfolgreiche Sanierung werden“, betonte Stefanie Nutzenberger, ver.di-Bundesvorstandsmitglied für den Handel. Eine Insolvenz führe bei den Betroffenen immer zu Ängsten und Verunsicherungen, so Nutzenberger. Deshalb könne die Ankündigung als ein erster Schritt bewertet werden, der als Hinweis gedeutet werden könne, dass sich Schlecker der Verantwortung für seine Beschäftigten und deren Anspruch auf eine planbare Perspektive bewusst sei.
Am Montag hatte Schlecker einen Antrag auf Plan-Insolvenz beim Amtsgericht Ulm eingereicht. Der Insolvenzverwalter hat am gestrigen Tage die Arbeit aufgenommen. Noch im Dezember letzten Jahres war Schlecker mit der Aufforderung um Verhandlungen über einen Sanierungstarifvertrag an ver.di herangetreten. Für die mehr als 30.000 Beschäftigten der Vertriebslinien AS und XL gilt noch bis Juni 2012 ein Beschäftigungssicherungs- und Sozialtarifvertrag.
Zwischenzeitlich bekommt Schlecker Probleme mit Lieferanten, die befürchten auf ihren Rechnungen sitzen zu bleiben. Sollte hier keine Lösung gefunden werden, steht man bald vor leeren Regalen. Das könnte den Sanierungsbemühungen nachhaltig schaden.