Schleckerland ist abgebrannt – Schlecker muss Insolvenz anmelden
Wie das Unternehmen Anton Schlecker mitteilte, muss die Drogeriemarktkette Schlecker Insolvenz anmelden. Trotz Sparmaßnahmen und Ladenschließungen gelang es dem Unternehmen nicht, die Verluste zu verringern.
Da bisherige Sparbemühungen scheinbar nicht ausreichten, das Unternehmen aus der Verlustzone zu manövrieren, sah sich das Unternehmen gezwungen eine so genannte Planinsolvenz anzumelden. Dies wurde durch Schlecker am Freitag mitgeteilt. Mittels dieser Lösung können längerfristige Verträge, dazu gehören auch Arbeits- und Mietverträge, kurzfristig gekündigt werden. Außerdem werden Verhandlungen mit Gläubigern erleichtert.
Schlecker beabsichtigt so, seine bereits begonnene Sanierung fortzuführen. Der Großteil des Filialnetzes soll demnach erhalten bleiben. Die Geschäfte will man ebenfalls normal fortführen.
In den zurückliegenden Monaten wurden etwa 600 Filialen geschlossen. Noch im Jahr 2010 konnte Schlecker einen Umsatz von cirka 6,5 Milliarden Euro erwirtschaften. Schon in diesem Zeitraum gab es einen Umsatzrückgang von etwa 650 Millionen Euro. Schlecker rechnet wegen der harten Konkurrenz auch für das Jahr 2011 mit schweren Einnahmerückgängen. Damit verbunden wären möglicherweise herbe Verluste, die nur noch mit dieser Planinsolvenz in den Griff zu bekommen wären, ohne dabei das Unternehmen komplett zu zerschlagen.
In dem Unternehmen aus Ehingen arbeiten in Deutschland derzeitig etwa 30.000 Mitarbeiter in 7.000 Filialen. Im Ausland beschäftig Schlecker cirka 17.000 Menschen in knapp 3.000 Geschäften.