NPD-Kundgebung löste Kette von Gewaltattacken der Gegendemonstranten aus
Anlässlich einer NPD-Kundgebung, die am Montagabend am Bat-Yam-Platz in Rudow stattfand, versammelten sich gestern gegen 18 Uhr 15 rund 200 Teilnehmer zweier angemeldeter Gegenkundgebungen rund um den Lipschitzplatz.
Aus dem Bereich der Gegenkundgebung entfernten sich kurz darauf rund 25-30 Personen, die – teilweise vermummt – Kleingruppen bildeten und fortwährend vergeblich versuchten, sich der NPD-Kundgebung zu nähern und die Absperrungen zu durchbrechen. Gegen 19 Uhr 20 endete die NPD-Kundgebung störungsfrei.
Die ehemaligen Teilnehmer dieser Versammlung wurden nun von den Einsatzkräften zum U-Bahnhof Lipschitzallee begleitet. Unterdessen versuchten ehemalige Teilnehmer der Gegenkundgebung die Maßnahmen durch lautstarke Unmutsäußerungen zu stören. Ein 21-jähriger, der der ehemaligen Gegenkundgebung zuzuordnen war, vermummte sich mit einem Tuch, schlug mit einer Fahnenstange gegen einen am Fahrbahnrand geparkten „BMW“ und beschädigte dadurch das Fahrzeug. Der Tatverdächtige flüchtete mit der Gruppe und konnte, nachdem er einen Polizeibeamten angegriffen hatte, gegen 19 Uhr 35 am Lipschitzplatz festgenommen werden.
Der 21-Jährige wurde nach erkennungsdienstlicher Behandlung wieder auf freien Fuß gesetzt. Gegen ihn ermittelt die Polizei nun wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, versuchter Körperverletzung sowie Sachbeschädigung. Im weiteren Verlauf beschädigte eine Gruppe von 10-15 unbekannten Personen einen in Höhe weiteren „BMW“, indem sie über das Fahrzeug rannten.
Die eingesetzten Beamten mussten schließlich gegen einen 21-Jährigen Vermummten Pfefferspray einsetzen. Er versuchte sich der Festnahme zu widersetzen, indem er seinen Körper durchdrückte, um sich aus dem Festnahmegriff zu winden. Der 21-Jährige erlitt durch das Pfefferspray Augenreizungen, die noch vor Ort durch Polizeibeamte und alarmierte Kräfte der Feuerwehr erstversorgt wurden.
Gegen 19 Uhr verfolgten in der Lipschitzallee mehrere Personen, die offensichtlich dem linken Spektrum zuzuordnen waren, einen Polizeiangehörigen und versuchten, ihn körperlich anzugreifen. Der Beamte zog daraufhin seinen mitgeführten Schlagstock und schlug einem Angreifer damit auf den Oberschenkel. Ein uniformierter Polizist, der den Übergriff beobachtet hatte, eilte hinzu.
Die Einsatzkräfte nahmen im Rahmen des Einsatzes drei weitere Tatverdächtige wegen angelegter Vermummung bzw. Sachbeschädigung durch Graffiti fest. Gegen sie wird wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz ermittelt. Alle Tatverdächtigen wurden nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen.