Arbeitgeber halten Warnstreik bei BVG für unverhältnismäßig – Fahrpreiserhöhungen drohen
Noch am Dienstag hatte die Arbeitgeberseite ihr Angebot nachgebessert und bereits heute sieht man sich mit der Ankündigung zu einem Warnstreik konfrontiert. Der Kommunale Arbeitgeberverband Berlin spricht von einer nicht nachvollziehbaren und völlig überzogen Reaktion der Gewerkschaft.
Die Verhandlungsführerin und Geschäftsführerin des Kommunalen Arbeitgeberverbandes Berlin (KAV Berlin) reagierte mit folgenden Worten: „Derart massiv auf ein Entgegenkommen der Arbeitgeber BVG und BT zu reagieren, ist nicht nachvollziehbar und völlig überzogen.“ Demnach hatte der KAV Berlin wiederholt für die Nahverkehrsarbeitgeber BVG und deren Tochterunternehmen BT verbesserte Angebote für die rund 12.500 Beschäftigten im Nahverkehr vorgelegt. Das reichte der Gewerkschaft jedoch nicht aus.
Das gestern vorgelegte Angebot sieht bei einer Laufzeit bis Februar 2015 und einem Gesamtvolumen in Höhe von 38,6 Millionen Euro weitgehende Verbesserungen für die Beschäftigten vor:
• Stufenweise Tariferhöhung: 2,3 Prozent mehr Entgelt ab Mai 2012, weitere 1,3 Prozent ab Juni 2013, und eine Erhöhung von 1,5 Prozent ab Juli 2014, sowie eine Einmalzahlung in Höhe von 100 Euro zum Januar 2015.
• Zusätzlich soll der Urlaubsanspruch auf 30 Tage für alle Arbeitnehmer bis 2015 vereinheitlicht werden. Bislang erhalten Arbeitnehmer differenziert nach Alter zwischen 26 und 30 Tagen Urlaub.
• Um den Arbeitnehmern bei der BT weitere Beschäftigungssicherung zu ermöglichen, boten die Arbeitgeber die Verlängerung der Anwendungsvereinbarung für die BT GmbH bis 2020 an.
Die Gewerkschaft ver.di fordert jedoch ein Volumen von 62 Millionen Euro. Außerdem soll der Lohn um den Inflationsausgleich und ein zusätzliches Plus steigen. Die Forderung wurde absichtlich so gewählt, um Raum für Interpretationen zu lassen.
Die KAV beklagt jedoch, dass der finanzielle Spielraum der kommunalen Arbeitgeber eng ist. Claudia Pfeiffer sagte: “…eine derartige Forderung hätte außerordentliche Fahrpreiserhöhungen zur Folge, die alle Berliner und Berlinerinnen zu tragen hätten.“
Pfeiffer appelliert in Richtung ver.di: „Es ist überhaupt nicht verhältnismäßig, angesichts dieses Angebotes der Nahverkehrsarbeitgeber die Berliner bei den aktuellen Temperaturen auf den Bahnsteigen und Bushaltestellen buchstäblich in der Kälte stehen zu lassen.“
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