BVG konnte Warnstreik nicht abwenden – 1,8 Mio. Fahrgäste betroffen – Hertha bietet Shuttle-Service
Noch bis zum Donnerstagnachmittag versuchte die Unternehmensführung der BVG die Gewerkschaft ver.di davon zu überzeugen, den für kommenden Sonnabend ausgerufenen 15-stündigen Warnstreik abzuwenden. Aber auch dieser letzte Verhandlungsversuch lief ergebnislos.
So werden am Sonnabend mehr als 1,8 Millionen Fahrgäste durch den Warnstreik betroffen sein und in ihrer Mobilität massiv behindert werden. Dr. Sigrid Evelyn Nikutta äußerte sich enttäuscht: „Trotz all unserer Anstrengungen und dem nochmaligen Eingehen auf die Wünsche der Arbeitnehmerseite, werden wir uns nun auf einen Warnstreik einstellen müssen.“ Sie hält jedoch eine maßvolle Anhebung der Einkommen für angebracht und gerechtfertigt. Nikutta weiter: „Aber wir sind im wahrsten Sinne des Wortes ein Berliner Unternehmen, denn wir gehören dem Land Berlin und so sind wir auch Teil der schwierigen finanziellen Lage der Stadt.“
In ähnlicher Weise äußerte sich auch Dr. Ulrich Nußbaum, Aufsichtsratsvorsitzender der BVG: „Ich weiß, dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der BVG jeden Tag ausgezeichnete Arbeit leisten… Deshalb wollen wir auch die Einkommen maßvoll verbessern. Wir müssen aber zudem darauf achten, dass Berlin mit 63 Milliarden Euro verschuldet ist…“
Die Unternehmensführung der BVG sieht kaum Spielräume, um ihr Angebot an die Gewerkschaft ver.di, das einen Wert von knapp 40 Millionen EURO hat, zu verbessern. Man sei bereits jetzt an die Schmerzgrenze gegangen. Wenn dem so ist, dürften Fahrgäste in den nächsten Tagen mit weiteren Streiks rechnen.
Am Donnerstag zeigte man sich bei der BVG leicht resigniert. Man erklärte, da sich keine neue Entwicklung abzeichnet, beginnt die BVG nun mit den technisch notwendigen Vorbereitungen auf den Warnstreik. Man will die Auswirkungen so gering wie möglich halten und hat sich vorgenommen, Fahrgäste weit gestreut zu informieren und die Fahrzeuge und technischen Anlagen für diese Situation vorzubereiten.
Auswirkungen
Der Warnstreik am kommenden Samstag (18. Februar 2012) dauert von Betriebsbeginn – etwa 4.00 Uhr – bis zum Abend – ca. 19.00 Uhr.
Betroffen ist der U-Bahn-, TRAM- und Busverkehr der gesamten Stadt Berlin. Die S-Bahnen fahren wie gewohnt. Neben den vielen Menschen, die auch an Sonnabenden arbeiten, sind auch die zahlreichen Besucher der Berlinale sowie jede Menge Fußballfans betroffen, denn HERTHA spielt am Sonnabend in einem fast ausverkauften Olympiastadion gegen den deutschen Meister Dortmund. Dazu werden allein 30.000 auswärtige Fans erwartet. Der Klub hat gemeinsam mit der Messe Berlin GmbH einen Shuttle-Service eingerichtet. Am Messegelände steht der Parkplatz P18 (Jafféstrasse/Einfahrt Tor 25) mit 1500 Stellplätzen kostenfrei zur Verfügung. Von dort soll ein kostenloser Bus-Shuttle-Service zum Südtor des Stadions fahren. Die Busse fahren zwischen 13.30 und 15.30 Uhr. Nach Spielende fährt der Bus-Shuttle bis 19 Uhr wieder vom Südtor zurück zum P18.
Die Berliner S-Bahn will den Zugverkehr Richtung Olympiastadion verstärken. Hertha bittet alle Stadionbesucher, sich frühzeitig auf den Weg ins Stadion zu begeben. Das Stadion ist dann ab 13.30 Uhr geöffnet
Natürlich sind auch die Berliner Nachtschwärmer betroffen. Da die BVG in den Nächten von Freitag zu Sonnabend einen durchgehenden Verkehr anbietet, bedeutet eine Streikankündigung ab 4.00 Uhr morgens, dass spätestens um diese Zeit alle Fahrgäste auf der Straße stehen. Betriebliche Auswirkungen können schon im Vorfeld eintreten. Bis der Verkehr nach dem Streik wieder in den Normalbetrieb übergeht, wird es weitere Verzögerungen geben.
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